Allgemein
Der Name Zirkon wurde 1789 von M.H. Klaproth eingeführt, war jedoch
schon zuvor bei Juwelieren in Gebrauch. Er geht über den älteren
Namen Jargon, altfranzösisch jacunce, zurück auf das griechische
hyakinthos, also den Hyazinth. Dieser Begriff kennzeichnete in der Antike
u.a. den Zirkon. Seine Verwendung zur Schmuckherstellung hat keine alte
Tradition, wie sie z.B. Saphir, Rubin oder Spinell aufzuweisen haben.
Der Zirkon setzte sich erst in jüngster Zeit durch und zwar vor allem
wegen seiner teilweisen Ähnlichkeit mit dem Diamanten. Vorher
verwendete man die reinen, klaren Zirkone vielmehr nur zeitweise zu Schmuckzwecken.
Auf den europäischen Markt kamen sie unter der Bezeichnung "Matara-Diamanten"
(sie wurden nach dem Fundort in der Umgebung der Stadt Matara im Süden
von Sri Lanka so benannt). Lange Zeit wurden sie sogar für Diamanten
gehalten. Erstaunlich ist, daß sich in Europa zunächst
nicht einmal die schöne gelbrote, stark glänzende Zirkonabart
Hyazinth größerer Beliebtheit erfreute. Sie wurde in den
reichen Edelsteinseifen in Sri Lanka schon seit langem gefördert.
Der Hyazinth wurde Ende des 18. Jahrhundert genauer untersucht, und
dabei entdeckte man das Element Zirkonium. Erst viel später
wurde festgestellt, daß es sich bei dem klaren "Matara-Diamanten"
aus Sri Lanka um das gleiche Mineral handelt.
Synonyme, Handelsbezeichnungen
Synonyme sind Azorit, Beccarit (olivgrün), Calyptolith, Ceylon-Diamant
(farblos), Cyrtolith, Diochrom, Engelhardit, Heldburgit, Hussakit, Kalyptolith,
Malacom (blau), Matura-Diamant (farblos), Maturn (farblos), Melichrysos
(gelb), Ostrandit (Lokalbezeichnung), Polykrasilith, Siam-Aquamarin (blau),
Siam-Zirkon (blau oder farblos), Sparklit (farblos), Starlit (blau, gebrannt),
unreifer Diamant (grau oder farblos), unreifer Rubin (rot) und Vermeille
(braun).
Genese
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Zirkon entsteht primär durch liquidmagmatische Bildung in Graniten,
Syeniten und deren Pegmatiten. Er findet sich auch in vulkanischen Auswürfen,
ist jedoch nicht vulkanischer Bildung, sondern war schon zuvor in der Tiefe
kristallisiert. Ähnliches gilt für Vorkommen in kristallinen
Schiefern (d.h. er "überlebte" die Metamorphose) und klassischen Sedimenten,
insbesondere Edelsteinseifen, in denen er sich aufgrund seiner Verwitterungsresistenz
anreichert.
Vorkommen
Hauptzirkon-Produzent ist Travancore in Indien, wo man Strandsand abbaut.
Das Material dieses Fundortes ist nur für technische Zwecke bedeutend.
Die wichtigsten Fundorte von Zirkonen von Edelsteinqualität befinden
sich außer auf Sri Lanka bei Miass im Ural (Rußland), Renfrew
(Kanada), Henderson Co. in North Carolina (USA) und in Cerro de Caldos
in Brasilien. Die Zirkone der europäischen Fundorte, z.B. in
Tirol, im Rheinland und in Südosten Norwegens, weisen meist keine
Edelsteinqualität auf.
Kristallsystem,
Erscheinungsbild, Farbe
Zirkon ist tetragonal und bildet kurze, gedrungene Prismen mit pyramidalen
Endflächen oder Doppelpyrarniden mit gebogenen Kanten. Auch Zwillingsbildungen
kommen vor. Er findet sich im Gestein eingewachsen oder in Edelsteinseifen
in Form abgerollter, loser Körner. Zirkon ist meist braun bis braurot,
seltener farblos, gelb, orange, rot, grün, blau oder violett. Er zeigt
Diamantglanz und auf Bruchflächen Fettglanz.
Mineralklasse, Chemismus
Zirkon ist ein Zirkoniumsilikat aus der Mineralklasse der Inselsilikate.
Formel: ZrSiO4 + Al, Ca, Ce, Fe, Nb, P, Ta, Hf, Th, U, Y.
Aufgrund des Hafnium- (HF), Thorium- (Th) und Urangehalts (U), der
insgesamt bis zu 10% betragen kann und auch die dunkelbraune Farbe verursacht,
besitzt Zirkon eine geringe Radioaktivität und ist damit der Hauptträger
natürlicher Radioaktivität in den Gesteinen.
Bestimmungsmerkmale
Mohshärte: 6,5-7,5
Dichte: 3,90-4,71
Molare Masse: 183,30 g/mol
Schmelzpunkt: 2420°C
Spaltbarkeit:
unvollkommen, muscheliger, spröder Bruch
Strichfarbe: weiß
Transparenz: durchsichtig
in Edelsteinqualität, sonst trübe und undurchsichtig.
Verwechslungen und Unterscheidung
Als Edelstein kann Zirkon mit vielen anderen wie Aquamarin, Chrysoberyll,
Granat (Hessonit), Kassiterit, Saphir, Sinhalit, Sphen, Topas, Turmalin
und Vesuvian verwechselt werden. Die Unterscheidung ist hier in vielen
Fällen nur durch eine gemmologische
Untersuchung möglich.
Fälschungen
Das durch Radioaktivität zerstörte Kristallgitter undurchsichtig
brauner Zirkone kann durch Brennen wiederhergestellt werden. Dadurch klärt
und wandelt sich die Farbe und wird blau, gelb, rot oder farblos. Fast
alle im Handel befindlichen Edelsteine dieser Farben sind heute gebrannt.
Der Nachweis ist auch hier nur gemmologisch möglich. Dasselbe gilt
für Imitationen aus synthetischem Spinell.
Verwendung
und Handel
Zirkon wird zur Zirkoniumherstellung abgebaut, gelegentlich auch zur
Gewinnung radioaktiver Elemente, die beigemischt sein können.
Zirkonium verwendet man hauptsächlich zur Produktion von hitzebeständigem
Material, Spezialgläsern und auch als Schleifmaterial. Neuerdings
wird Zirkonium auch in Atomreaktoren als Korrosionschutz für Uran
verwendet. Zirkon wird aufgrund seiner guten Temperaturwechselbeständigkeit,
geringen Wärmedehnung sowie gute Nichtbenetzbarkeit als Formsand und
als feuerfester Füllstoff in Gießereischlichten eingesetzt.
Zirkon zeigt einer geringe Reaktivität gegenüber vielen Metallschmelzen.
Der klare Zirkon, der Hyazinth und andere farbige, durchsichtige Abarten
sind heute beliebte Edelsteine.
Grundsätzlich ist zu beachten, daß viele Zirkone meßbare
Radiumstrahlung abgeben und daher beim Bearbeiten ggf. Schutzbestimmungen
einzuhalten sind.
Heilwirkung, Indikationen
Zirkon regt an, mit Begeisterung neue Ideen zu entwickeln, zu prüfen
und zu verwirklichen. Dabei erinnert er stets an die Vergänglichkeit
(die Information "radioaktiv" erinnert an den Tod) und lehrt dadurch, Wesentliches
und Unwesentliches zu unterscheiden. Er stärkt die Suche nach dem
Lebenssinn und hilft, Verluste zu überwinden und sich vom Materialismus
zu lösen. Körperlich wirkt Zirkon leberanregend, schmerzlindernd
und krampflösend, gerade auch bei Menstruationsbeschwerden, die mit
einer verspäteten Regelblutung einhergehen.
Anwendung
Um Fälschungen auszuschließen, empfiehlt es sich heute,
nur die braunen Kristalle zu verwenden.
Zirkon sollte außer bei akuten Krämpfen nicht länger
als eine Stunde täglich getragen werden.
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