Bestimmung der Spaltbarkeit
 

 
Abhängig vom Aufbau des Kristallgitters lassen sich viele Mineralien durch Schlag oder Druck in gesetzmäßig festgelegte Richtungen spalten. Da die Spaltbarkeit durch die innere Kristallstruktur bestimmt wird, ist sie für jedes Mineral eine festgelegte, typische Größe. Gerade bei Mineralien mit einer untypischen äußeren Erscheinungsform ist die Spaltbarkeit ein hervorragendes Bestimmungskriterium. Natürlich sollte man nicht gerade die eigene Lieblingsstufe anhand der Spaltbarkeit prüfen, doch wenn man ein Probierstück "opfern" kann, gewinnt man auf diese Weise eindeutige Aussagen über die Natur des Minerals. Die Spaltbarkeit wird in fünf Abstufungen unterschieden:

Ausgezeichnete Spaltbarkeit: Hier läßt sich das Mineral in feine Blättchen spalten, in der Regel jedoch nur in eine Richtung. Beispiel hierfür ist die Glimmerfamilie mit Muskovit und Biotit.

Vollkommene Spaltbarkeit: Hier spaltet sich das Mineral durch Schlag in regelmäßige, von Spaltflächen umgrenzte Formen. Beispiele sind Spaltoktaeder bei Fluorit, Spaltwürfel bei Galenit und Spaltrhomboeder bei Calcit.

Gute Spaltbarkeit: Das Mineral läßt sich spalten, jedoch sind die Spaltflächen weniger deutlich und nicht immer ganz gerade. Beispiel hierfür ist die Feldspat-Familie mit Labradorit, Mondstein und Oithoklas.

Unvollkommene Spaltbarkeit: Hier zeigt sich die Spaltbarkeit nur undeutlich, die Bruchflächen des Minerals verlaufen uneben. Beispiele sind Apatit, Schwefel und Kassiterit.

Fehlende Spaltbarkeit - Bruch: Fehlt die Spaltbarkeit völlig, so spricht man von einem Bruch. Der Bruch unterliegt im Gegensatz zur Spaltbarkeit keiner Gesetzmäßigkeit, er zeigt in der Regel nur charakteristische Bruchflächen:

Muscheliger Bruch: Erinnert, wie der Name sagt, an Muschelschalen und ist Ihnen sicher vom Glas her bekannt. Beispiele hierfür sind Quarz, Opal und Obsidian.

Unebener Bruch: Hier ist die Bruchfläche uneben und unregelmäßig geformt, ähnlich zerbrochenem Hartkunststoff. Beispiele sind Chalkopyrit und Pyrit.

Hakiger Bruch: Dieser Bruch ist typisch für Metalle. Er ist scharfkantig und zackig. Beispiele hierfür sind gediegenes Silber und gediegenes Gold.

Splittriger Bruch: Hier entstehen beim Zerbrechen viele kleine Splitter, die z.T. abfallen, z.T. noch lose anhängen. Beispiele hierfür sind die Granate.

Erdiger Bruch: Beim erdigen Bruch entstehen kleine Krümelchen, die Bruchstelle erinnert an eine Erdkrume. Beispiele hierfür sind die als Heilsteine nicht verwendeten Minerale Aluminit und Kaolinit.

 
 
 
 
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