Mohshärte, Ritzhärte

Härtedefinition nach Mohs





 
 

 
Ein zuverlässiges Bestimmungskriterium ist die Ritzhärte oder Mohshärte. Sie beschreibt die Widerstandsfähigkeit der natürlichen, unverwitterten Oberfläche oder der frischen Bruchstelle eines Minerals gegen das Ritzen mit harten Gegenständen. Der Wiener Mineraloge Friedrich Mohs stellte hierfür zu Beginn des 19. Jahrhundert eine Skala der relativen Härte von 1 bis 10 auf, die heute noch verwendet wird:

 
Mohshärte
Vergleichsmaterial 
Weiteres Härteprüfmittel
1
Talk 
Mit Fingernagel schabbar
2
Gips
Mit Fingernagel ritzbar
3
Calcit
Mit Kupfermünze ritzbar
4
Fluorit
Mit Messer leicht ritzbar
5
Apatit
Mit Messer noch ritzbar
6
Feldspat
Mit Stahlfeile ritzbar
7
Quarz
Ritzt Fensterglas
8
Topas
 
9
Korund
 
10
Diamant
 
 

Die Regel ist, daß das härtere Mineral das weichere ritzt, während das härtere vom weichen nicht geritzt wird. Gleich harte Mineralien ritzen sich entweder gegenseitig oder gegenseitig nicht. Bei einer Härteprobe ritzt man mit der Probe die o.g. Mineralien und versucht umgekehrt, das Probierstück zu ritzen. So läßt sich die ungefähre Härte leicht bestimmen. Geritzt ist ein Mineral allerdings nur, wenn nach dem Abwischen des Abriebs ein feiner Ritz beobachtet werden kann. Fehlt dieser, dann stammte der Abrieb vom anderen Mineral. Zu beachten ist dabei allerdings auch, daß die Härte beim Ritzen in verschiedene Richtungen oft unterschiedlich ist. So beträgt die Ritzhärte bei Disthen in der Vertikalrichtung der stengeligen Kristalle 5,0 - 7,5 je nach Fläche), in der Querrichtung dagegen stets 7,0. Zur Härtebestimmung sind im Handel Setzkästen mit Probierstücken oder für unterwegs bleistiftgroße Metallstifte mit eingesetzten Mineralspitzen, sog. Ritzbestecke, erhältlich. Eines von beiden gehört zur Standardausrüstung bei der Mineralbestimmung.

 
 

 
 
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