Meteorit, Aerolith, Himmelsstein, Meteorstein, Himmelseisen, Meteoreisen





 
 

Allgemeines

Reste weitentfernter Weltraumkörper, die auf die Erde fallen, sind in unserer Zeit, in der der Mensch den Weltraum durchdringt, von immer größerem Interesse.  Ihr Vorkommen verursachte verständlicherweise in vergangenen Zeiten Interesse sowie Schrecken.  In der Prager Chronik eines Kanonikus vom Vysehrad aus dem Jahre 1135 lesen wir: "In Thüringen fiel vom Himmel ein Riesenstein, so groß wie ein Haus, auf eine Ebene.  Seinen Schall hörten die in der Umgebung wohnenden Menschen schon drei Tage vorher.  Als er niederfiel, bohrte sich eine Hälfte von ihm in die Erde und drei Tage lag er heiß wie aus dem Feuer gezogener Stahl." Diese Beschreibung eines Meteoriteneinschlages ist noch ziemlich ungenau.  Sie hat jedoch ihre große Bedeutung, wenn wir bedenken, daß die Wissenschaftler des Mittelalters einfach leugneten, daß Steine vom Himmel fallen könnten."
Im Jahre 1754 beobachtete und beschrieb der Prager Astronom Josef Stepling im Gebiet von Tábor in Böhmen einen "Steinregen".  Er erklärte als erster eindeutig, daß diese Steine aus dem Weltall auf die Erdoberfläche fallen.  Noch im Jahre 1790 äußerte aber die Französische Akademie der Wissenschaften in Paris ihr Mißfallen und Bedauern über dergleichen Meinungen und Aussagen von Augenzeugen über Meteoriteneinschläge und bezeichnete sie als Märchen.  Erst der berühmte deutsche Physiker E.F. Chladni bewies wissenschaftlich, daß Meteorite nicht irdischen Ursprungs sind.  Diejenigen Meteorite, welche in der Höhe von etwa 80 bis 150 km in die Lufthülle der Erde gelangen, fliegen mit einer enormen Geschwindigkeit von 30 bis 60 km pro Sekunde, und durch Reibung an der Atmosphäre entzünden sie sich und brennen.  Am Himmel erscheinen sie plötzlich als gelbglühende Sterne, die über den Nachthimmel aufflimmern.  Nur einige von ihnen fallen auf die Erdoberfläche.

Name, Handelsbezeichnungen

Der Name Meteorit stammt von griech. meteoron = Himmelserscheinung.  Meteorite werden in Steinmeteorite (Chondrite, Achondrite),  Steineisenmeteorite und Eisenmeteorite unterschieden.
 

Synonyme

Aerolith, Himmelsstein und Meteorstein für Steinmeteorit und Himmelseisen oder Meteoreisen für Steineisenmeteorite
 

Genese

Nach dem heutigen Stand der mineralogischen Forschung und nach Ansicht der Astronomen werden die Meteorite als Reste eines großen Planeten angesehen, der in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften der Erde sehr ähnlich war, was seinen Kern und die Oberflächenschichten betrifft.  Er bewegte sich im Weltraum in unserem Sonnensystem zwischen Mars und Jupiter, und aus unbekannten Gründen zerfiel er vor sehr langer Zeit.  Seine Bruchstücke bewegen sich weiter im Weltraum.  Seltener stammen sie vom Mond oder Mars, wo Gestein durch Asteroideneinschläge abgesprengt werden kann.  Gelangen diese Gesteine nun zur Erde, werden sie beim Flug durch die Atmosphäre oberflächlich erhitzt (Reibungshitze).  Dabei entstehen Schmelzerscheinungen, die den aufgefundenen Stein eindeutig als Meteorit identifizieren.
Nach der Zusammensetzung der Meteorite unterscheiden wir Eisenmeteorite und Steinmeteorite.  Selten sind die Übergangsformen, die aus den Stein- sowie Eisenkomponenten gebildet sind.  Die bekanntesten und zuerst gefundenen waren die Eisenmeteorite, auffallend durch ihr ungewöhnliches Gewicht.  Sie werden von Eisen und Nickelbeimischungen gebildet.  Jedes Meteoreisen enthält in der Regel zwei Legierungen, eine nickelreichere und eine nickelärmere.  Auf der Schnittfläche erscheinen nach Ätzung Lamellen dieser Legierungen.  Ihrer Struktur nach unterscheiden wir Oktaedriten, bei welchen die nickelreichen Lamellen nach den Oktaederflächen geordnet sind, Hexaedriten nach Kubus geordnet und Ataxiten ohne jede Struktur.
Steinmeteorite sind unauffällig und den irdischen Ergußgesteinen ähnlich.  Ihre Oberfläche bildet jedoch eine schwarze Kruste, die während des Fluges durch das Aufschmelzen entstand.  Eine Übergangsform zwischen Eisen- und Steinmeteoriten sind z.B. die Pallasite.  In ihrem von Eisen mit Nickelbeimischung gebildeten Grundmaterial findet man Olivinkristalle meist in abgerundeter Form.
 
 
 

Vorkommen

Der größte bekannte Eisenmeteorit ist der Block, der bei der Farm Hoba in der Nähe von Grootfontain in Nordnamibia liegt.  Er wiegt etwa 60 t und ist als rares Naturdenkmal geschützt.  Der größte Steinmeteorit mit einem Gewicht von über einer Tonne fiel am 18.  Februar 1948 in Norton County in Nebraska in den USA als Teil eines sogenannten Steinregens.  Steinmeteorite zersplittern bei ihrem Fall in eine Anzahl kleinerer Stücke, und nur in Ausnahmefällen fällt ein einzelner auf die Erde.  Anschauliches Beispiel eines solchen Masseneinschlages von etwa 300 Steinmeteoriten ist Stonarov bei Jihlava in Mähren im Jahre 1808.
Die schönsten Pallasite kennen wir von einigen Stellen in Nordamerika.  Im Jahre 1885 wurde in Kansas ein Pallasit mit einem Gewicht von mehr als 9 kg gefunden.  Er ist unter dem Namen Brenham Township bekannt.  Im Jahre 1931 wurden bei Springwater in Kanada sogar drei ähnliche Stücke mit einem Gesamtgewicht von etwa 68 kg gefunden.  Die in ihnen enthaltenen Olivinkörner sind bis zu 4 cm groß.
Meteorite kommen weltweit vor.  Mengenmäßig bedeutende Funde stammen aus Namibia, USA, Mexiko, Chile, Argentinien, Ukraine, Rußland und China.
 
 

Kristallsystem, Erscheinungsbild, Farbe

Meteorite zeigen ein schlackenartiges oder kieselig-rundes Aussehen.  Sie sind kohlig-schwarz, braun oder gesprenkelt (Steinmeteorit) bzw. rostbraun bis eisengrau (Eisen- und Steineisenmeteorite).  Poliert zeigen Eisenmeteorite Metallglanz, mit Salpetersäure angeätzt wird ihre lamellenartige kubische Struktur an der Oberfläche als sog.  Widmanstättensche Figuren sichtbar, dem Nachweis für Meteoreisen.
 
 

Mineralklasse, Chemismus

Steinmeteorite

bestehen überwiegend aus Silikaten und etwas Nickeleisen.  Sie enthalten Mineralien wie Peridot, Enstatit, Bronzit, Hypersthen, Diopsid, Plagioklas, Orthoklas, Serpentin, Diamant, Magnetit u.a. Chondrite (93% der Steinmeteorite) zeigen millimeter- bis erbsengroße Körnchen (griech. chondros = Korn) in Nickeleisenmatrix, Achondrite (7%) ein basaltartiges, weitgehend nickeleisenfreies Gefüge.

Eisenmeteorite

bestehen aus einem heterogenen Gefüge dreier Nickeleisenlegierungen: dem nickelarmem Kamazit (< 7% Ni), dem nickelreichen Taenit (> 25% Ni) und Plessit, einem Gemisch aus beiden Legierungen.  Diese drei bilden das Widmanstättensche Gefüge, eine Gitterstruktur kreuzender Ebenen, die irdisches Eisen nicht zeigt.

Steineisenmeteorite

bestehen überwiegend aus Nickeleisen und eingelagerten Mineralien wie Peridot (siehe Pallasit, Pyrexien oder Plagioklas (Feldspat).
 

Bestimmungsmerkmale

Steinmeteorite

Mohshärte:  5,0-6,5
Dichte:  3,0- 3,8
Spaltbarkeit:  keine, körniger Bruch
Strichfarbe:  weiß, grau, schwarz
Transparenz:  undurchsichtig bis durchscheinend.
 

Steineisenmeteorite

Mohshärte: 4,0 - 6,5
Dichte: 5,5 - 6,2
Spaltbarkeit: keine, hakiger Bruch
Strichfarbe: grau
Transparenz: opak mit durchscheinenden bis durchsichtigen Einsprengseln.
 

Eisenmeteorite

Mohshärte: 4,0 - 5,0
Dichte: 7,3 - 7,6
Spaltbarkeit: keine, hakiger Bruch
Strichfarbe: grau
Transparenz: opak.
 

Verwechslungen und Unterscheidung

Meteorite können ohne genaue Untersuchung  oft mit Manganerzen, Eisenerzen, Schlacken oder vulkanischen Gesteinen verwechselt werden.  Im Zweifelsfall sollte daher immer fachkundiger Rat eingeholt werden.
 
 

Fälschungen

Für Eisenmeteorite wird mitunter irdisches Eisen angeboten, was jedoch durch Anpolieren und Ätzen oder durch  mineralogische Untersuchungen nachgewiesen werden kann.
 

Verwendung und Handel

Meteorite werden in Sammlerkreisen und zur Edelsteinverarbeitung teuer gehandelt.  Als Heilsteine haben sie aufgrund ihrer Seltenheit und des hohen Preises nur wenig Bedeutung erlangt.
 



 

Sternzeichen:

 

Chakra-Zuordnung:

 

Heilwirkung, Indikationen (Gienger)

Meteorite bringen immer ein Stück "kosmischer Überraschung"  mit.  Sie setzen tiefe seelische Bilder frei, die bisherige Werte in Frage stellen, andererseits jedoch neue Betrachtungen und neuen Lebenssinn eröffnen können.
Körperlich helfen Meteorite, Nervosität, Krämpfe und Muskelverspannungen zu lindern.  Sie entspannen genau bis zu dem Punkt, wo ein gesunder, aktiver Tonus bleibt.
 
 

Anwendung

Meteoriten sollten am Körper getragen oder auf den Solarplexus aufgelegt werden.
 
 

 
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