Allgemein:
Diamant bedeutet "der Unbezwingbare" (griech. adamas), was auf seine
enorme Härte verweist.Der Diamant ist einer der wertvollsten Edelsteine,
der durch seine außrordentlichen physikalischen Eigenschaften auch
eine ganz besondere Stellung unter den Mineralien einnimmt. Er war schon
in längst vergangenen Zeiten bekannt. Der römische Naturwissenschaftler
Gaius Plinius d. Ältere (23-79) schrieb über ihn, obgleich die
Römer den Diamanten nur wenig kannten. Vom Mittelalter sind verschiedene
mündliche Überlieferungen und Sagen ber die Entdeckungen und
die Schicksale der alten indischen Diamanten erhalten geblieben, obwohl
man die meisten bekannten großen und historischen Diamanten erst
Anfang des 17. Jahrhunderts fand.
Was der Diamant eigentlich ist, blieb jedoch lange ein Rätsel.
Der berühmte englische Physiker Isaac Newton äußerte im
Jahre 1675 die Ansicht, daß der Diamant ein brennbarer Stoff ist.
Auf diesen Gedanken brachte ihn die starke Lichtbrechung des Diamanten.
1694 führten deshalb die italienischen Forscher G. Averani und C.
A. Targioni einen Versuch durch, bei dem ein Diamant verbrannte. Erst der
englische Chemiker H. Davy (1778-1829) wies nach, daß der Diamant
eigentlich Kohlenstoff ist.
In der Natur kommt der Diamant seit jeher in Körnern und abgerundeten
kleinen Oktaedern in Flußablagerungen vor, wohin er aus seinem ursprünglichen
Muttergestein, einem dunklen Eruptivgestein, transportiert wurde. Bei der
großen Mehrzahl der Diamantfundstellen gelang es jedoch nicht, dieses
ursprüngliche Gestein zu finden. Diamanten, die im Muttergestein verwachsen
sind, kennen wir bisher nur von einigen Fundorten.
Die kostbaren Steine aus den indischen Fundorten gehörten in der
Regel den Fürsten, den Radschahs und Maharadschahs. Sie wurden in
deren berühmten Schatzkammern aufbewahrt und von Generation zu Generation
weitergegeben. Weiterhin finden wir berühmte Diamanten in den Schatzkammern
der verschiedenen Heiligtümer. Erst später gelangten diese Steine
in andere Länder, vor allem als Kriegsbeute, und nicht selten nach
Europa. Die ersten Nachrichten über die großen indischen Diamanten
kamen durch das Verdienst des französischen Forschers Tavernier nach
Europa, der im Jahre 1665 mit dem Studium der indischen Schätze beauftragt
wurde. Zu den bekanntesten Fundorten der Diamanten, auch wenn sie bei weitem
nicht mehr die größten sind, gehört auch Südafrika.
Die dortigen Fundstellen wurden erst im Jahre 1871 entdeckt. Bis zum Jahre
1920 erbrachten sie mehr Diamanten als alle anderen Abbaugebiete zusammen.
Die Fundgeschichte vieler Diamanten ist sehr interessant, und auch ihre
Schicksale sind vielfach bunt und dramatisch.
Synonyme:
Synonyme gibt es einige, wenn auch zumeist veraltete: Adamant, Adamas,
Anachites, Diamas, Iras, Itam und das lyrische "Mond der Berge". Unedle,
undurchsichtige Diamanten werden Ballas, Bort oder Carbonado genannt, winzig
kleine Steine heißen im Handel Salzkörner. Edle Stücke
mit einem Farbwechsel von blauweiß nach gelblich schlicht "Prernier".
Geschliffene Diamanten werden je nach Schliff-Form auch Brillant, Rautenstein,
Spitzstein oder Tafelstein genannt.
Genese:
Diamant entsteht tertiär in den Tiefengesteinen Peridotit und
Eklogit. Dort verwandelt sich Graphit (hexagonaler Kohlenstoff) in einer
blitzschnellen Metamorphose zu Diamant, wenn ein Schwellenwert von ca.
2000 °C Hitze und 40 000 Atmosphären Druck überschritten
wird. An die Erdoberfläche gelangt Diamant später bei Vulkanausbrüchen,
wenn die emporsteigende Lava Brocken des Tiefengesteins mitreißt.
Aus diesem Lava- und Gesteins-Gemisch des Vulkanschlots bilden sich anschließend
die Gesteine Kirnberlit oder Lamproit, die nun die Fundorte des Diamanten
darstellen, nicht jedoch seinen Ursprungsort!
Fundorte:
Die Ältesten sind die berühmten Fundstellen in der Umgebung
von Kimberley in Südafrika, wo Olivinit - Kimberlit - vorkommt. Der
zweite Fundort, wo im Muttergestein eingewachsene Diamanten festgestellt
werden, ist die große Lagerstätte im Flußgebiet des Wiljui
in Jakutien (Sibirien). Im Jahre 1961 wurden die Diamanten im Kimberlit
in der Sierra Leone und später auch in Indien, dem alten Fundort der
berühmten, großen Diamanten, entdeckt. Die bekanntesten Diamantablagerungen
befinden sich in Kongo und Zaire, in Angola, Tansania, Ghana und Guinea
und im Staate Minas Gerais in Brasilien. Der bedeutendste Fundort der berühmten
großen Diamanten war Indien.
Mineralklasse,
Chemismus
Diamant ist reiner Kohlenstoff und zählt zur Mineralklasse der
natürlichen Elemente.
Sein Kristallgitter ist ein dreidimensionales "Netz", in dem jedes
Kohlenstoffatom fest mit vier anderen verbunden ist. Darin begründet
sich auch seine außergewöhnliche Härte. Durch in Spuren
eingelagerte Fremdstoffe kann Diamant bunt gefärbt werden. Dabei verursacht
Stickstoff (das häufigste Nebenelement) die Farben
Gelb und Grün, Aluminium, Sauerstoff, Magnesium, Eisen und Bor die
Farbe Blau und Mangan die Farbe Rosa.
Formel: Cn + (Al,Ca,CrFe,Mg,Mn,N,Si,Sr,Ti).
Kristallsystem, Aussehen
Diamant ist kubisch und bildet kleine, würfelige oder oktaedrische
Kristalle und spätige bis körnige Aggregate. Er ist im
Idealfall farblos klar bis gelblich, was im Diamantenhandel in präzise
Farbgraduierungen eingeteilt wird:
River - Blauweiß, Wesselton - feines Weiß, Crystal - getöntes
Weiß, Cape - Gelblich und Yellow - Gelb.
Durch Fremdstoffe kann Diamant auch intensiv gefärbt sein
(siehe Chemismus), man spricht dann von "Phantasiefarben". Roh zeigt
Diamant Diamantglanz, Glasglanz
oder Fettglanz.
Bestimmungsmerkmale
Mohshärte: 10
Dichte: 3,52
Transparenz: durchsichtig
bis durchscheinend
Strichfarbe: keine
Spaltbarkeit: vollkommen
Verwechslung
Bergkristall: Härte 7; Glas: Härte
5 - 5,5; Zirkon: Härte 6,5 -
7,5. Bei geschliffenen Steinen ist die Unterscheidung oft nur gemmologisch
möglich.
Fälschungen
Fälschungen dieses begehrten Edelsteins gibt es natürlich
wie Sand am Meer: Imitationen aus YAG (Yttriumaluminat), Zirkonia (Zirkonoxid)
und Straß (Bleiglas), Synthesen, Farbveränderungen durch Bestrahlen
und Brennen, Rißfüllungen, Beschichtungen und Dubletten, das
Thema Diamantfälschen ist eine Wissenschaft für sich. Daher haben
hier auch nur gemmologische Prüfungen
eine Chance.
Verwendung
Diamanten von Edelsteinqualität schleift man heute überwiegend
in Form mehrreihiger Brillanten. Nur kleiner und weniger wertvolle Diamanten
werden in Rautenform, also in Rosetten, geschliffen. Die wenigsten Menschen
sind sich bewußt, daß der überwiegende Teil der Diamantenproduktion
heute industriell verwertet wird und daß nur 23% der Gesamtproduktion
Edelsteinmaterial sind. Die restlichen 77% finden aufgrund seiner
Härte Verwendung als Bohr- und Schleifmittel.
Heilwirkung
Diamant fördert klare Erkenntnis und geistige Freiheit. Unbezwingbar
wird durch ihn die Treue zu sich selbst. Er vermittelt Bewußtheit,
Selbstbestimmung und Charakterstärke, hilft Krisen zu bewältigen
und die Ursache von Problemen zu durchschauen. Diamant fördert logisches
Denken, Lernfähigkeit und ermöglicht, in positivem Sinn, die
Kontrolle des eigenen Lebens zu erlangen.
Körperlich kann Diamant immer dann eingesetzt werden, wenn die
Erkenntnis des Krankheitshintergrunds zur Heilung notwendig ist. Er fördert
alle Reinigungsprozesse des Körpers und hilft insbesondere bei Erkrankungen
der Nerven, Sinnesorgane, Hormondrüsen und des Gehirns.
Anwendung
Diamant sollte gefaßt direkt am Körper getragen oder auf
die Stirn aufgelegt werden.