Vorkommen, Geschichte und Entstehung
Der Bolivianit wurde erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt.
Er befand sich in der Mitgift von Anahí, einer Indianerin vom Stamme
der Ayoreos, die einen spanischen Eroberer heiratete. Danach hörte
man lange Zeit nichts mehr von diesem auffälligen Stein.
Erst Anfang dieses Jahrhunderts tauchten wieder Berichte
auf. Ab etwa 1960 erschien der Stein auf immer mehr Märkten. Als Fundorte
wurden verschiedene Orte in Paraguay und Brasilien angegeben.
Wie sich herausstellte wurde der Stein aber tatsächlich
in Bolivien abgebaut. Aufgrund von verschiedenen Verboten der bolivianischen
Regierung war der Abbau jedoch illegal. Die Einfuhr nach Brasilien war
ebenfalls nicht erlaubt. Da zudem eine Militärstation im Bereich der
Miene etabliert wurde, blieb nur der Schmuggel der Rohware über Flüsse
und eine Buschpiste vornehmlich nach Brasilien, teilweise auch nach Paraguay.
Die Steine wurden dann als im brasilianischem Mato Grosso gefördert
offiziell angemeldet. Es mußten dazu entsprechende "Wegsehprämien"
an das bolivianische Militär bezahlt werden. Erst 1989 wurde der Abbau
legalisiert und danach die Quelle des Steines bekannt. Er wird in der Anahí-
Miene gefördert. Diese Miene liegt etwa 100 km nördlich von Puerto
Suarez im bolivianischen Pantanal.
Es ist noch eine zweite Mine bekannt: "Cupin de toro". Die Farbaufteilung dieser Steine ist vertikal. Sie eignen sich nicht zur Weiterverarbeitung als Schmuckstücke. Außerdem soll diese Miene nahezu erschöpft sein. Sie befindet sich 80 km südlich von Anahí.
Über Informationen oder Literaturhinweise zu Cupin de toro würde ich mich freuen.
Ametrin entsteht hydrothermal aus schwach eisenhaltigen Kieselsäurelösungen
magmatischen Ursprungs. Im Quarz-Kristallgitter wird teilweise das Silizium
durch geringe Mengen Eisen ersetzt. Es befindet sich also auf sogenannten
Gitterplätzen. Zusätzlich wird das Eisen als Fremdstoff auf den
Zwischengitterplätzen eingelagert. Durch die Einwirkung ionisierender
(in der Regel radioaktive) Strahlung aus dem Umgebungsgestein wird dieses
zusätzliche Eisen in die vierwertige Form überführt. Diese
eisenhaltigen Zonen erhalten dadurch ihre violette Farbe. Die Ursache für
diesen nur partiellen Einbau des Eisens ist mineralogisch noch nicht schlüssig
geklärt.
Mineralklasse,
Chemismus
Ametrin ist die gelb-violette Spielart der Kristallquarze und gehört
zur Mineralklasse der Oxide. Die Formel lautet SiO2 + Fe. Die
gelbe Farbe entsteht durch dreiwertiges Eisen, die violette durch zwei-
und vierwertiges Eisen.
Kristallsystem, Erscheinungsbild und Farbe
Der Stein besteht aus trigonalen Kristallen die bis zu 20 cm groß
werden können. Die Farbzonen sind im Idealfall wie die Spitzenflächen
orientiert. Damit besteht der der Querschnitt aus 6 Dreiecksflächen,
immer abwechselnd gelb und violett. Die Farbgebung
ist
meist intensiv und die Oberfläche zeigt Glasglanz.
In der Mine "Cupin de toro" gibt es nur kleine
Kristalle, ca. 6 cm lang, Durchmesser 1,5 cm. Deren Farbaufteilung ist
vertikal, außerdem unterscheidet sich die Kristallstruktur etwas
von den Steinen der Anahí-Mine.
Bestimmungsmerkmale
Mohshärte:
7
Dichte:
2,63 bis 2,65
Transparenz:
durchsichtig bis durchscheinend
Strichfarbe:
weiß
Spaltbarkeit:
keine, muscheliger Bruch, sehr spröde
Fälschungen
Durch partielles Brennen von Amethyst
bis
zum Farbumschlagspunkt ins gelbe (erkennbar an unsauberen Farbzonenabgrenzungen);
Bedampfen der Oberfläche geschliffener Citrine
mit
Metalldämpfen;
brennen von Amethyst und anschließendes bestrahlen;
bestrahlen von von synthetischem, eisenhaltigen Quarz.
Die Fälschungen sind vom Laien in der Regel nicht
erkennbar und werden nur durch mineralogisch-gemologische
Untersuchungen
entdeckt. Aufgrund des hohen Aufwandes für derartige Falsifikate sind
Fälschungen nur bei sehr teueren Schmucksteinen zu erwarten.
Diverses
Dieser, hier abgebildete, Stein wurde für eine Halskette
geschliffen. Man sieht sehr schön den zweifarbigen
Aufbau.
Gefaßt wird der Bolivianit sehr oft in Gold, aber auch in Fassungen
aus Silber ist er, wenn auch selten, erhältlich.
Für geschliffene Steine werden ungefähr 10 US
$ je Karat verlangt. Bei besonders schönen oder besonders großen
Steinen auch mehr. Mir wurden Steine vorgelegt, für die weit über
1000 $ verlangt wurden.
Ungeschliffen, aber mit einigermaßen Qualität
bekommt man einen Stein von etwa 150 Gramm für 10 US $. Die Preise
ändern sich aber mit zunehmender Qualität sehr stark noch oben!
Nach anfänglichen Zweifeln wird aber in der Zwischenzeit
auch wissenschaftlich anerkannt, daß dieser Quarz durch außergewöhnliche
geologische und chemische Bedingungen entstand und natürlichen Ursprungs
ist.
Wer ausführlichere Informationen wünscht, sollte
sich "The Anahí Ametrine Mine, Bolivia" aus Gems
& Gemmology Ausgabe Frühjahr 1994 besorgen.
Chakra:
Die Wirkung erreicht den Körper über das erste
und das siebte Chakra. Die Konzentration wie auch die Intuition werden
sehr stark angeregt. Die Meditation mit diesem Stein sollte daher nur von
Menschen mit viel Erfahrung erfolgen. Bei ungeübten Meditierenden
kann es zu Störungen der inneren Ruhe kommen.
Heilwirkung auf den Körper:
Der Ametrin enthält die Kraft von Amethyst und Citrin.
Es ist daher nicht möglich die volle Heilkraft eines der beiden Steine
zu nutzen. Aber gerade in diesen zwei, wenn auch schwächeren, Einflüssen
liegt das Besondere dieses edlen Steines. Er regt die Tätigkeit des
Gehirns an und harmonisiert die Gehirnströme zwischen den Gehirnhälften.
Die Heilanzeige:
Kopfschmerz, Verkalkung, Senilität, lindert Augenleiden
und Schwerhörigkeit.
Heilwirkung auf die Psyche:
Die zwei Welten, die in diesem Stein vereinigt sind,
haben eine besonders sanfte Wirkung auf unsere Seele. Der Ametrin gibt
uns ein hohes Maß an Harmonie und innerem Gleichgewicht.
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