In früheren Zeiten glaubte man, dass Bernstein durch die Berührung
der Sonnenstrahlen mit dem Meer entstanden ist. Bernstein ist aber eine
organische Substanz bestehend aus versteinertem Harz einer nicht mehr vorhandenen
Konifere (Pinus succinifera)
Der
Name Bernstein entstand aus seiner Brennbarkeit. Aus dem niederdeutschen
Wort börnen oder bernen (brennen) entstand die Bezeichnung..
Das älteste, von Menschen bearbeitete Stück Bernstein, fand
man in der Umgebung von Hannover, Deutschland. Es ist ungefähr 30.000
Jahre alt! Man nimmt an, dass man dieses Amulett als Glücksbringer
trug.Tausende von archeologischen Funden in Zentral-Europa beweisen, dass
Bernstein den prehistorischen Menschen zur persönlichen Verschönerung
und zur Glorifizierung ihrer religiösen Rituale diente.Bei Ausgrabungen
im heutigen Lithuania ( Litauen ) fand man ein Zentrum der Bernsteinkunst
aus dem Jahre ca. 3000 v. Chr.
Im alten Griechenland war Bernstein um ca. 1600 v. Chr. besonders wertvoll.
Hier glaubte man, dass es sich um ins Wasser gefallene Tränen von
Nymphen handelte. In der Odyssey beschreibt Homer schon die Bernsteinkette
eines phönizischen Händlers. Von Griechenland aus wurde Bernstein
in andere Mittelmeerländer gebracht.Artikel aus baltischem Bernstein
fand man auch in verschiedenen Königsgräbern, wie dem von König
Tutankhamon, 1400 v. Chr. und in Mesopotanien um 900 v. Chr.
Das alte griechische Wort für Bernstein war electron (aus der
Sonne entstanden). Die Griechen waren auch die Ersten, die die elektrostatischen
Verbindungen des Bernsteins beschreiben.
Genese
Aus versteinertem Harz von Nadelhölzern aus dem Eozän (frühes
Tertiär = vor 40 - 50 Millionen Jahren) wurde Bernstein.Die gigantischen
Wälder dieser Zeit versanken in Sümpfen und Mooren. Neugebildete
Gesteinschichten, Sand und Erde bedeckte das ganze später. Es enstand
Braunkohle mit Einschlüssen von Bernstein. Die Entwässerung des
Harzes führte zur Polimerisation oder Oxidation der organischen Kohlenstoffmoleküle.
Ganz allmählich bildete sich der feste, leichte Stein.
Fundorte
Die wichtigsten Fundorte sind die Ost- und Nordseeküste
sowie in der unteroligozänen Bernsteinerde (blauen Erde) des Samlandes
an der Ostsee.
In der Dominikanischen Republik findet man Bernstein in den Bergen
zwischen Puerto Plata und Santiago. Die Farbskala, des hier gefundenen
Bernsteins ist viel grösser als die in anderen Ländern gefundener
Steine. Ein weiterer bedeutender südamerikanischer Fundort befindet
sich in Äauador.
Auch bei Sizilien kommt ein bläulich fluoreszierender
Bernstein vor (Simetit).
Kristallsystem, Erscheinungsbild, Farbe
In seiner Entstehungsform, dem Tropfen, findet man ihn sehr selten. Er
bildet Knollen, Körner und Geröll und ist amorph. Wegen der darin
enthaltener Einschlüsse ist er ganz besonders beliebt.
Ungefähr 20 % des natürlichen Bernsteins ist klar, der Rest
undurchsichtig. Die Farbscala reicht von farblosüber weiss bis zu
schwarz, vorwiegend aber gelb bis braun. Sehr selten ist rot, was in der
Dominikanischen Republik gefunden wird.
Mineralklasse, Chemismus
Bernstein ist entwässertes Harz. Eine Zuordnung zu einer Mineralklasse
ist somit nicht gegeben.
Er besteht aus den Elemeneten Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und
Sauerstoff (O). Eine annähernde Summenformel (nach dem Mengenverhältnis)
sieht etwa so aus: C10H16O + (H2S). Tatsächlich
stellt Bernstein ein Gemisch aus einer Vielzahl von Aldehyden, Alkoholen,
Ester, Isoprene und Terpenoide dar.
Aufrund seiner geringen Dichte ist Bernstein sehr leicht von anderen Mineralien
zu unterscheiden.
Beachten Sie aber den Punkt Fälschungen!
Fälschungen
Es wird mehr Bernstein gefälscht als gefördert!
1. "schummeln" (es ist noch echter Bernstein drin)
Ambroid, auch "Echt-Bernstein" genannt, ist gepreßter Bernsteinstaub.
Durch kochen werden Trübungen beseitigt, der Stein wird "geklärt".
Vom "blitzen" spricht man, wenn durch erhitzen Gasbläschen zum platzen
gebracht werden. Es entstehen sog. Sprenghöfe, Flakes oder Flitterchen.
Durch Kunstoffüberzüge oder Folien werden die Farben verändert.
2. Betrug
"Bernstein" wird aus Kunstoff, Kunstharz, Glas oder Kopal syntetisch hergestellt.
Zum Erkennen dieser Fälschungen sind in der Regel gemmologische
Untersuchungsmethoden erforderlich. Nur Falsifikate aus Glas erkennt
man recht einfach an der größeren Härte (5 - 5,5)
und Dichte (2,5).
Der Bernstein ist ein seit alters her bekannter Heil- und
Schmuckstein.
Er entfaltet seine heilende Wirkung besonders im Leber-,
Magen- und Gallenbereich - aber auch im gesamten Verdauungssystem. Bei
allen Erkältungskrankheiten, Harnleiden, Zahnschmerzen - hier insbesondere
beim Zahnen von Kleinkindern - wird ihm eine lindernde Heilwirkung nachgesagt.
Er fördert aber auch die schnellere Heilwirkung bei Asthma, Atemlosigkeit,
Brustschmerzen, Entzündungen, Herzschwäche und bei der Basedowschen
Krankheit. Sehr positiv wirkt er bei Infektionen, Ohrenerkrankungen, Phantomschmerzen,
Nierenerkrankungen, Störungen des Nervensystems, Taubheit, Schwindelanfällen,
Reisekrankheit, Keuchhusten, Hormonstörungen, Gesichts- und Gürtelrose,
Furunkel, Laryngitis sowie bei Leber- und Lungenerkrankungen. Die gelbe
klare Farbe des Bernsteins löst Verspannungen und Verhärtungen.
Er ist somit ein hervorragender Helfer bei Erkrankungen
des Darmtraktes und bei Rheuma.
Die warme gelbe Farbe des Bernsteins, dessen Feuer uns an
das Licht der Sonne erinnert, bewirkt eine harmonische Ausstrahlung und
kräftige Heilwirkung im seelischen Bereich. Er ist ein guter Schutzstein,
wirkt Sorgen entgegen, hilft bei wichtigen Entscheidungen und Meditationsproblemen,
Suizidtendenzen werden geschwächt.
Anwendung:
Bernsteinschmuck sollte längere Zeit hindurch ohne Unterbrechung getragen
werden, um das volle Potential seiner Heilkraft ausschöpfen zu können.
Insbesondere im körperlichen Bereich auftretende Beschwerden können
durch den Gebrauch von Edelsteinwasser und Edelsteinessenzen gelindert
werden. Für zahnende Babys oder Kleinkinder sind im Handel besondere
Ketten - Baby-Bernsteinketten mit Beißplatte - erhältlich.
Pflege:
Bei der Reinigung und Pflege ist zu berücksichtigen, daß Bernstein
sehr empfindlich auf Sonnenlicht, Druck, sowie alle Arten von Fremdstoffen
(Säuren, Laugen, Kosmetika, Öle, usw.) reagiert, daher lediglich
unter fließendem, mineralarmen Wasser vorsichtig reinigen. Den Stein
zum Aufladen nur dem Sonnenaufgangs- oder -untergangslicht aussetzen.
Verwendung:
Der Bernstein ist ein Heilstein der oberen Preisklasse.
Er findet Verwendung als Kugel- und Splitterketten, Donuts,
Anhänger und Rohstein.