Allgemein:
Alexandrit trägt seinen Namen nachdem russischen Zaren Alexander
II. (1818-1881), zu dessen Lieblingssteinen er zählte.
Er ist besonders dadurch interessant, daß er bei Tageslicht schön
grün und bei Kunstlicht violett erscheint. Deshalb sagt man von ihm,
er sei am Tage ein Smaragd und am Abend ein Amethyst.
Diese interessante Erscheinung entsteht durch Absorption einiger Farben
des Lichtspektrums.
Synonyme:
Synonyme gibt es zu diesem Mineral nicht.
Fundorte:
Schöne hellgelbe, vollkommen durchsichtige Kristalle sind z.B.
am Alaotra-See auf Madagaskar zu finden und sehr dunkle Alexandritkristalle
mit einer Größe bis zu 2 cm in Zimbabwe. Der bekannteste
europäische Fundort befindet sich in Marsíkov bei Sobotín
in Mähren. Die Kristalle dieses Fundortes sind schön gelb, jedoch
zu flach, so daß sie nicht geschliffen werden können.
Ein berühmter Alexandrit-Fundort ist das Flußgebiet der Tokowaja
im Ural in Rußland, der im Jahre 1833 entdeckt wurde und auch lange
Zeit der bedeutendste Alexandrit-Fundort blieben. Heute jedoch liegt
das größte Vorkommen in Hematita und Esmeraldas de Ferros, Minas
Gerais, Brasilien. Weitere Fundstellen sind Fort Victoria in Simbabwe
und Lake Manjara in Tansania.
Die größte und schönste Gruppe von Alexandritkristallen
wurde im Ural gefunden. Es handelt sich um eine Druse mit 22 Kristallen
und einem Gewicht von 5 kg. Ihre Abmessungen: 25 x 15 cm. Diese
herrliche Stufe befindet sich im Mineralogischen Museum der Russischen
Akademie der Wissenschaften in Moskau. Ein noch größerer Alexandriteinzelkristall
ist aus Sri Lanka bekannt. Geschliffen wiegt er 66 Karat, und er wird in
der Sammlung der Smithsonian Institution in Washington aufbewahrt.
Der Preis der Alexandrite ist außerordentlich hoch, vor allem, wenn
es sich um vollkommen durchsichtige Steine handelt. Für einen
erstklassigen Alexandrit mit einem Gewicht von 10 Karat zahlt man gegenwärtig
bis zu 30 000 US Dollar.
Entstehung:
Alexandrit entsteht tertiär in chromhaltigen Glimmerschiefern.
Er bildet sich während der Metamorphose in der Kontaktzone zweier
Gesteine, von denen eines die Mineralstoffe Aluminium und Beryllium, das
andere das notwendige Chrom liefert. Aufgrund der Seltenheit dieser Bedingungen
bleibt auch Alexandrit ein seltenes Mineral.
Mineralklasse, Chemismus
Alexandrit ist ein chromhaltiger Chrysoberyll (Aluminium-Beryllium-Oxid)
aus der Mineralklasse der Oxide, Formel: Al2BeO4
+ Cr, Fe, Ti. Außer dem farbgebenden Chrom enthält er
auch Eisen und Titan in geringen Mengen.
Bestimmungsmerkmale
Mohshärte: 8,5
Dichte: 3,70 - 3,72
Transparenz:
durchsichtig
Spaltbarkeit: unvollkommen,
muscheliger Bruch
Strichfarbe: weiß.
Kristallsystem, Aussehen
Alexandrit bildet dicktafelige rhombische Kristalle und Durchdringungsdrillinge,
deren Kristalle sich exakt im Winkel von 60° schneiden. Einzelkristalle
und Drillinge sind stets im Glimmerschiefer eingewachsen. Durch das
enthaltene Chrom zeigt Alexandrit einen interessanten Farbwechsel: im Sonnenlicht
betrachtet, erscheint er grün, im Kunstlicht betrachtet rot, rot-violett
oder violett-grau. Er zeigt Glasglanz,
auf Bruchflächen auch Fettglanz. Auch Alexandrit-Katzenaugen
sind bekannt.
Verwechslung
Alexandrit kann als geschliffener Stein mit Andalusit
oder Granat verwechselt werden. Die Unterscheidung
ist hier nur durch mineralogisch-gemmologische
Untersuchungen möglich. Als naturgewachsener Kristall läßt
er sich jedoch rein optisch unterscheiden.
Fälschungen
Da Alexandrit ein teurer Edelstein ist, sind etliche Fälschungen
auf dem Markt. Vor allem geschliffene Steine werden oft durch synthetischen
Korund (Saphir), synthetischen Spinell oder Dubletten aus Glas und Granat
imitiert. Auch synthetischer Alexandrit selbst ist auf dem Markt.
Die Unterscheidung ist in allen Fällen nur durch mineralogisch-gemmologische
Untersuchungen möglich.
Verwendung
Der Farbwechsel des Alexandrits macht ihn zu einem beliebten, aber
teuren Schmuckstein, der seit einigen Jahren nun auch vermehrt als Heilstein
Verwendung findet. Dies wurde letztendlich erst durch die verbesserten
Handelsbeziehungen zwischen Rußland und Westeuropa möglich,
durch welche nun auch preiswertere Rohkristalle erhältlich sind.
Heilwirkung (Gienger)
Als tertiäres Mineral hilft Alexandrit in persönlichen Krisen,
wenn alles ausweglos erscheint. Er stärkt die Intuition, wenn
die Logik versagt, und hilft bei Problemen, andere Standpunkte und Blickwinkel
zu finden. So fördert er auch die Bereitschaft, Risiken einzugehen
und neue Wege zu beschreiten.
Durch Alexandrit steigert sich die eigene Kreativität. Er
erweckt immer neue Ideen, Gedanken und Bilder (auch im Traum) und erweitert
die eigene Phantasie, den Sinn der Sichtbarmachung (griech. phainein =
sichtbarmachen).
Analog dazu regt Alexandrit die Regeneration und Selbstheilkraft an.
Durch seinen Chromgehalt wirkt er insbesondere gegen hartnäckige Entzündungen
aller Art und fördert Entgiftung und Lebertätigkeit.
Anwendung
In Krisensituationen und zur Förderung der Kreativität bieten
sich Meditationen an, bei denen der Stein entweder kontemplativ betrachtet
oder zwischen den Augenbrauen aufgelegt wird. Ansonsten wird er im
Bereich der Leber oder direkt auf entzündete Stellen aufgelegt. Dabei
können Erstverschlimmerungen auftreten!
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