Achat

Allgemein

In der Antike war Achat die Bezeichnung für viele bunt gemusterte Steine, nicht wie heute nur für gebänderte Quarze.Onyx war bis zum 18. Jahrhundert die vornehmlich verwendete Bezeichnung für alle gebänderten Steine. Erst danach wurde als Achat das benannt, was wir heute darunter verstehen.Dies ist bei alten Texten und Überlieferungen immer zu berücksichtigen.

Achat gehörte und gehört noch immer zu den beliebtesten edlen Steinen. Die älteste schriftliche Quelle über ihn stammt von dem griechischen Philosophen, Arzt und Naturwissenschaftler Theophrast (372-287 v. Chr.) und von Plinius, obwohl Achat natürlich schon lange vorher bekannt war und verwendet wurde. Er wurde nach seiner angeblich ersten Fundstätte, dem Fluß Achates (heute Dirillo, andere meinen, daß es der Carabi oder der Cannitello sei) im Süden Siziliens, benannt. Daß der Achat eines der ältesten bekannten Mineralien überhaupt ist, wird verständlich, wenn man die Buntheit und Auffälligkeit seiner Färbung in Betracht zieht. Bereits die alten Sumerer und Ägypter bearbeiteten ihn. Fast alle Kulturvölker der Antike verwendeten ihn zu Schmuckzwecken, zur Herstellung vielfältiger kleiner Gefäße und zur Anfertigung der verschiedensten Amulette. Aus Achat wurden berühmte Gemmen geschnitten, und man fertigte daraus Schmuckgegenstände, die sehr geschätzt wurden. Achate sind dazu besonders geeignet, weil die bunten Farben und die sich nicht wiederholenden Zeichnungen die Originalität jedes Achats bei seiner Verwendung als Schmuckstein garantiert. Die ältesten Gemmen aus Achat stellten verschiedene religiöse Symbole dar. Dazu trug sicher auch die damalige Seltenheit der schönen Steine in der Natur bei, so daß deren Entdeckung den Findern außergewöhnlich erscheinen mußte. Den Achaten wurden häufig übernatürliche Kräfte zugesprochen. Der hohe Grad der Vollkommenheit der Achatbearbeitung im antiken Griechenland führte jedoch allmählich dazu, daß daraus immer mehr Gegenstände für weltliche Gelegenheiten hergestellt wurden. Aus dem Achatmaterial entstanden Werke, die durch größte Vollkommenheit und Genauigkeit in künstlerischer Hinsicht von sich reden machten. Die Namen der griechischen Künstler (z.B. Diodoras aus Samos, Semon, Daidolas u. a.) sind weltberühmt, vor allem der des Steinschneiders Alexander des Großen, Pyrgoteles, dessen Monogramm sowohl die antiken als auch die neuzeitlichen Fälscher nachahmten. Außer diesen Spitzenkunstwerken wurden auch Siegel und weniger anspruchsvolle Schmuckgegenstände angefertigt.

Die Römer, Erben der griechischen Kultur, übernahmen bald auch die Kunst der Achatbearbeitung, vor allem auch die Tradition des Schneidens von Siegelringen. Von den Kulturvölkern Asiens und Afrikas, mit denen die Römer regelmäßig in Berührung kamen, lernten sie viel hinzu. Die ältesten römischen Achatgemmen in Form von Skarabäen, die z. B. auf dem früher von den Etruskern bewohnten Gebieten gefunden wurden, legen davon Zeugnis ab. Achatringe trug man in Rom bereits seit ältester Zeit. Aus der Geschichte wissen wir, daß diese Ringe ursprünglich nur die römischen Patrizier tragen durften. So stellte noch Hannibal nach der siegreichen Schlacht bei Cannae (216 v. Chr.), in der er die römischen Legionen besiegte, anhand der Ständezeichen auf den Ringen die Zahl der erschlagenen Befehlshaber und deren Rang fest. Die Achatringe sandte er als Kriegstrophäe nach Karthago. Etwa im Jahre 85 v. Chr. wurde in Rom die erste Sammlung von Achatgemmen gegründet, die sog. Daktyliothek. Eine noch viel reichhaltigere und schönere Sammlung entstand aus der Kriegsbeute des Pompeius im Krieg gegen Mithridates. Sie wurde im Jahre 61 v. Chr. auf dem Kapitol den Göttern zum Dank für den Sieg ausgestellt.

Nach dem Verfall des Römischen Reiches übernahm der Osten, Byzanz, die Tradition der Achatbearbeitung. Prachtvolle Werke dieser Zeit, in Achate geschnitten, sind vor allem griechischen Künstlern zuzusprechen. In Konstantinopel erreichte das Färben der Achate durch Erhitzung in Schwarz und Rot besondere Beliebtheit. Diese Kunst hielt sich in den Kreisen der Steinbearbeiter als Geheimnis und wurde durch die Jahrhunderte von Generation zu Generation übertragen. Bis heute kennen wir noch nicht alle technologischen Verfahren, die die damaligen Künstler anwendeten.
Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken verfiel die Glyptik, und auch die Beliebtheit der Achate nahm ab.
 

Synonyme, Handelsbezeichnungen

Agstein und Agat (heute nicht mehr gebräuchlich). Da der Stein in vielen Formen und Farben vorkommt werden diese oft mit eigenen unterschiedlichen Namen belegt. Wobei diese Namen nicht unbedingt in direkter Beziehung zum Aussehen stehen.
Achtung: Baumachat,  Moosachat und Pyritachat sind keine Achate sondern Chalcedone!
 

Genese

 

Vorkommen

Im 14. Jahrhundert wurden Achate vor allem an vielen Stellen in Sachsen (insbesondere zur Zeit Karls IV.) und im 16. und 17. Jahrhundert im böhmischen Riesengebirgsvorland abgebaut.
Achat kommt weltweit vor. Bedeutende Fundstellen sind in Südbrasilien im Departement Rio Grande do Sul (Salto de Jacui und Irai), Botswana Indien, Mexiko, Uruguay und Madagaskar.
 
 
 

Kristallsystem, Erscheinungsbild, Farbe

 

 
 
 
 
 
 
 

Mineralklasse, Chemismus

 

 
 
 
 
 
 
 

Bestimmungsmerkmale

Mohshärte: 7,0
Dichte: 2,6
Spaltbarkeit: keine
Bruch: muschelig, uneben
Strichfarbe: weiß
Transparenz: durchscheinend, selten undurchsichtig
 
 

Verwechslungen und Unterscheidung

 

 
 
 
 
 
 
 

Fälschungen

 

 
 
 
 
 
 
 

Verwendung und Handel

Das größte Interesse an Achaten bestand während der Regierung Kaiser Rudolfs II., der selbst Sammler zu diesen Fundstätten aussandte, wie wir schon früher erwähnten. Im 19. Jahrhundert waren die Fundorte im Rheinland die wichtigsten. Die Achatbearbeitung in Idar-Oberstein wurde zur Grundlage der heutigen Steinbearbeitungsindustrie in dieser Stadt. Auch wenn die Beliebtheit der Achate bei der Herstellung von Schmuck und anderen Gegenständen nicht mehr so großes Interesse erreicht wie in vergangenen Zeiten, so fertigt man daraus noch immer Kunstgegenstände, insbesondere Schalen, Pokale, Dosen, Schreibgarnituren, Briefbeschwerer, Aschenbecher und ähnliches an. Ebenso beliebt sind Siegelringe, vor allem aus Onyx (schwarzweiß gestreifter Achat) und Karneolonyx (Achat, der orangebraune bis rotbraune und weiße Streifen hat). Man verwendet Achate heute auch in verschiedensten Industriezweigen, ähnlich wie bei Chalzedon.



 

Sternzeichen

Stier und Skorpion (Zehfuß)
Fische (Ausgleichsstein Gienger)
 
 
 
 

Chakra-Zuordnung

Der rote Achat wird dem ersten Chakra zugeordnet (Zehfuß).
 
 

Heilwirkung, Indikationen

 

 
 
 
 
 
 
 

Anwendung

 

 
 








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